29.01.24 Tanz mit Engeln in den Frühling Winni
Tegernsee-Trails. Der nächste Winterklassiker. Heute gegen den Uhrzeigersinn. Los geht’s im Frühlings-Outfit. Langarmshirt sicherheitshalber im Rucksack. Nicht dabei Stirnlampe und Grödel.
Blauer Himmel. Die Luft ist kalt, die Sonne aber wärmt. Daher laufe ich erst mal auf dem sonnenexponierten Tegernseer Höhenweg zum Leeberghof und von dort rauf zum Galaun. Dabei muss ich über zahlreiche vom Sturm entwurzelte Baumstämme klettern, und nicht nur hier. ------------------------------------------------------------------------------- Hier die Etappen meiner heutigen 18km langen Runde, unterfüttert mit 1000hm: Bahnhof Tegernsee (770m)– Tegernseer Höhenweg bis Großer Paraplui und Leeberghof – Galaun (1073m)– Riedersteinkapelle (1160m)– Baumgartenschneid (1448m)– Kreuzbergalm (1157m)– Gindelalmschneid (1335m) – Neureuth (1250m) – auf Bayernweg zum Parkplatz. Hier die Runde auf Brouter.de -------------------------------------------------------------------------------
Ein paar wenige sitzen am Galaun in der Sonne, die Wirtsleute haben noch bis 2.2.24 Betriebsurlaub. Ich laufe weiter und habe bald die Wahl: die Treppen am Kreuzweg oder rechts den Pfad hinauf zur Riedersteinkapelle. Rauf nehme ich immer die Treppen, runter den Pfad. Läuft und springt sich heute gut. Bin erstaunt, wie fit ich schon am Jahresanfang bin.
An der Kapelle zwei Mädels, die gerade am Aufbrechen sind. Zwei Engel.
Die Aussicht traumhaft, vor allem in die Ferne auf den Alpenhauptkamm. Dann weiter. Ich überhole die beiden Mädels und mache mich auf zur Baumgartenschneid. Ein schmaler, leicht ausgesetzter Pfad im Bergwald ist leicht vereist und tückisch, weil es kleine spiegelglatte Flächen hat. Dennoch trockene Stellen zum Ausweichen.
Nach dem Bergwald und kurz vor dem Aufstieg zum Gipfel quere ich einen steilen Hang, auf dem meist noch lange Schnee liegt. Heute ist er knochenhart gefroren. Ich stecke meine Stöcke rechts in die Eiskruste und will ein Foto machen. Da fällt einer der beiden Stöcke um und purzelt vor meiner Nase etwa 10 bis 15 Meter links hinunter und bleibt an einer Tanne liegen.
Ich teste den Hang mit einer Neigung von geschätzt mehr als 60 Prozent. Keine Chance! Der Versuch, von weit rechts unten auf einem aufgetauten Stück den Waldboden zu queren scheitert, da ich auch hier zwei Meter über den gefrorenen Schnee müsste.
Mit dem Gedanken, neue Stöcke zu kaufen oder am Freitag nochmal mit den Grödel hierher zu kommen, laufe ich weiter.
Was habe ich hier Zeit verplempert! Jedenfalls haben mich die beiden Mädels eingeholt.
Ob sie Grödel dabei hätten, frage ich, und eine bejaht. Ich probiere, ob Größe 39 passt. Tun sie. Ich werde sie ihnen am Gipfel zurückgeben.
Dann 500m zurück zu der Stelle. Selbst mit den Grödel traue ich mir nicht zu, den steilen Hang an dieser Stelle direkt hinunter zu steigen. Spuren mit der Ferse lassen sich auch nicht schlagen. Zu hart. Links ist es weniger steil, zudem ist da ein Buckel. Von dort noch ca. drei Meter zum Stock. Vorsichtig gequert und schwuppdiwupp, nehme ich der Tanne meinen Stock weg.
Am Gipfel bedanke ich mich bei den Mädels und sage ihnen, dass es schön ist, wenn man unterwegs Engel trifft. Sie wollen heute noch auf die Bodenschneid, lassen sich aber für ihre Jausen aus meiner Sicht viel Zeit. Sind aber gut ausgerüstet und haben bestimmt auch Stirnlampen dabei.
Oben noch drei Männer, kamen die Rückseite herauf. Ein Stück sei nur mit Grödel zu machen, meint einer, aber gleich hier unterhalb des Gipfels kann man über einen Wiesenhang diese Stelle umgehen. Guter Tipp!
Unten im Bergwald angekommen geht es weiter bergab auf tollem Trail in Richtung Kreuzeckhütte. Ich muss aufpassen, denn auch hier viele eisige Stellen. Raus aus dem Bergwald wieder Sonne satt. Noch schnell rauf zur Hütte, und von dort wieder runter auf hartem Schnee zum nächsten Anstieg, zur Gindelalmschneid.
Weiter zur Neureuth. Montag Ruhetag. Deshalb waren heute insgesamt trotz Kaiserwetter wenig Wanderer hier unterwegs. Zum Finale geht es einen meiner Lieblings-Downhills hinunter zum Auto, dem Bayernweg.
Bis bald. In the meantime: Appalachian Road Show - "Dance, Dance, Dance"
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