06.10.22 Nach dem ersten Schnee Winni Mühlbauer
Vor gut einer Woche lag hier oben noch dicke Schnee. Heute Sonne pur und ein Himmel, wie er schöner im Herbst nicht sein kann. Herbst … im Rofan … ein Traum. Wenngleich: im Winter ist es genauso schön, wenn es oben blau ist - wie im Januar 2018.
Wiedereinmal gönne ich mir die Bergfahrt mit der Gondel, man wird ja nicht jünger. Außerdem kostet das Parken inzwischen 8 Euronen. Die aber werden erstattet, wenn man die Seilbahn nutzt. So kostet die Bergfahrt nur 12,00, was allerdings eine Milchmädchen-Rechnung ist. So und nicht anders manipuliert man Menschen.
Die Gondel ist um 10:30 Uhr schon rappelvoll, und oben frage ich mich, was für einen Wochentag wir haben. Junge und ältere Menschen, viele Hunde, es wuselt.
Viele zieht es hinauf zur Hochiss, manche nur bis zum Gschöllkopf.
Ein kurzes Stück laufe ich auch in Richtung Hochiss, um das Gelände in Augenschein zu nehmen, da ich diesen spannenden Gipfel auch wieder besuchen möchte. von hier aus ist es eine mittelschwere Bergwanderung, anders als von der Dalfazalm aus. Dort ist es eine schwarze Tour.
Das bringt mich zu meiner schwersten und anstrengendsten Runde, damals mit meinem Laufkumpel Christian, wo wir im August 2017 von Maurach aus zuerst auf die Hochiss, dann oben die ganze Länge vom Achensee rüber zum Vorderunnütz sind und diesen zum Hochunnütz überschritten haben. Zwei schwarze Bergwanderungen an einem Tag.
Auch wenn es mich juckt, gleich auf die Hochiss zu gehen, mein Plan ist ein anderer. Ich freue mich auf das wilde und einsame Gelände unterhalb des Sagzahns und des Vorderen Sonnwendjochs, wo ich schon mal ab der Schermsteinalm weglos auf die Rofanspitze gekrebst bin, weil ich damals noch ohne Navi unterwegs war. Damals ging es unterhalb der Felsen hoch, heute wollte ich oberhalb runter laufen. Insgesamt ist diese Runde abwechslungsreicher als rauf auf die Hochiss und gespickt mit landschaftlichen Höhepunkten.
………………………………………………………………………………..... Hier die Etappen meiner heutigen 20,5km langen und mit 850hm im Aufstieg und 1670hm im Abstieg unterlegten Runde: Erfurter Hütte (1834m) – 1km/100hm in Richtung Hochiss – wieder runter – Grubarscharte (2102m) – Rofanspitze (2259m) – Sagzahn – Sagzahn Umgehung – Schermsteinalm (1860m) – Krahnsattel (2002m) – Erfurter Hütte – Dalfazalm (1693m) – Runter in Richtung Buchau – Talstation Maurach. Hier die Runde auf Brouter.de. Und hier die Gegend auf fatmap.com …………………………………………………………………………………......
Also erst Mal rauf auf die Rofanspitze. Vorbei am Roßkopf und der Grubascharte erreiche ich den breiten Bergfuß. Der „Einstieg“ zum direkten Pfad ist inzwischen ausgewaschen und als solcher nicht gleich zu erkennen. Viele gehen daher unten entlang weiter und nähern sich von der Ostseite dem felsigen Gipfel.
Dort angekommen der fantastische Ausblick auf die steilen Nordabbrüche der Nachbargipfel. Bald aber geht mein Blick hinunter zum Kessel unterhalb des Sagzahn mit der Grubalache, um einen alternativen Weg zu finden, falls es oberhalb der Felsabbrüche über der Schersteinmalm (von hier nicht einzusehen) nicht weitergehen sollte.
Lange genug aber habe ich diesen Abschnitt studiert – auch mit Hilfe dieses Fotos - sollte schon gehen. Dazu muss ich erstmal rüber zum Sagzahn. Auf dem Weg dorthin der Blick hinunter zum Ziereinersee, wo ich zweimal mit Christian unterwegs war: Im Juli 2017 und im Juli 2018. Landschaftlich super schön. Schaut es euch an und lauft die Runden einfach nach!
Den Sagzahn schaue ich mir von der Nähe an, weil es über ihn zum Vorderen Sonnwendjoch geht. Die Kletterei sollte nicht allzu schwer sein, mein Ding aber ist es nicht.
Ich kehre um zum Abzweiger „Sagzahn Umgehung“ und laufe diesen Pfad weiter nach unten. Das Terrain ist breit, der Pfad meist gut zu sehen, wenn auch holprig. Hin und wieder geht es weglos weiter. Nach exakt 7km dreht der Pfad nach rechts und bringt mich nahe an die Kante. Der Blick hinunter auf die Felsabstufungen wunderschön. Dann eine scharfe Kurve nach links, und im sicheren Abstand zu den Abbrüchen laufe ich auf das Ende der Felsen zu. Unten dann der breite Wirtschaftsweg, der mich hinauf bringt zu der nahe an den Fels gebauten Schermsteinalm (1860m). Ein gemütliches Plätzchen.
Hier beginnt dann auch der Pfad, der sich steil hinaufwindet zum Krahnsattel. Dort laufe ich auf dem sogenannten Winterweg parallel zum Sommerweg (im Winter Lawinengefahr) runter zur Erfurter Hütte.
Zum wievielten Male – ich weiß es nicht – quere ich jetzt noch hinüber zur Dalfazalm, husche anfangs durch das bezaubernde Wäldchen mit den schon gelbgefärbten Lärchen, laufe weiter mit freiem Blick hinunter zum Achensee, und erreiche die Alm in der Nachmittagssonne. Zwei Brunnen laufen noch, ich kühle Nacken, Stirn und Magen.
Anders als sonst wähle ich heute den direkten Abstieg hinunter nach Buchau, plane dann den Abzweiger in Richtung Maurach zu nehmen, wohl wissend, dass ich das letzte Stückchen an der Straße entlang laufen muss. Steil geht es auf dem sonnenbeschienenen Hang hinunter, der Pfad ist gut zu laufen. Den Abzweiger zu den Dalfazer Wasserfällen übersehe ich leider. Sollte sich lohnen!
Ein abermals toller Tag im Rofan neigt sich dem Ende zu und ich hoffe, dass der Herbst mir nochmal ein solches Geschenk macht. Dann geht es auf die Hochiss und das Spieljoch.
Bis bald. In the meantime: AEPHANEMER – Unstoppable
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