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Winter Trailrunning - Kratzer - Hirschberg
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W I N T E R T R A I L R U N N I N G : K R A T Z E R - H I R S C H B E R G
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26.01.22 Mich juckt der Kratzer Winni
Ich erinnerte die Schneeverhältnisse vom 1. Weihnachtsfeiertag 2017, wo ich schon mal hier war und meist durch tiefen Schnee gestapft bin. Entsprechend fuhr ich eine Stunde früher los. Diese Stunde fehlte mir „leider“zum Sonnenuntergang. Das Licht aber war zauberhaft. Wintermärchen.
Heute jedoch war der Wanderweg (Rodelbahn) präpariert und, wo nicht allzu steil, gut laufbar. Ohne Aussicht zieht der Weg nach oben, und nur einmal wird der Blick frei auf den Kratzer. Und der hat mich auch heute gejuckt, obwohl einer, der mir entgegen kam, meinte, er ist den Sommerweg rauf und runter, da derzeit keine Lawinengefahr bestünde und der sehr steile, seilversicherte Aufstieg zum Kratzer oft vereist ist. Oben, meinte er noch, weht ein Mordswind. ……………………………………………………………………………… Hier die Etappen meiner 14km langen Runde, unterlegt mit 917 hm: Scharling – Hirschbleiche – Kratzer (Winterweg) – Hirschberg (1668m) – Vorberg – Hirschberghaus – Hirschbleiche (Sommerweg) – Scharling. Hier die Runde auf BRouter.de ................................................................................
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Hier ist davon nichts zu spüren. Angekommen an der Hirschbleiche, wo die Rodelbahn endet und der Pfad beginnt, komme ich kaum in meine Jacke, so bläst der Wind aus Nord, eiskalt. Noch nie hatte ich mir die Kapuze aufgesetzt. Jetzt tat ich es und machte mich weiter auf den Weg nach oben. Im Kopf die Frage, ob ich wirklich über den Kratzer gehen soll.
Glücklicherweise treffe ich kurz vor der Abzweigung zwei Männer, die den Kratzer hoch und den Sommerweg runter sind. Ob ich Grödeln hätte? Nein aber Spikes. Geht schon, meinten sie, ist ja auch der schönere Aufstieg.
Ohne Spikes hätte ich mir sehr schwer getan, denn selbst mit rutsche ich auf glattem Schnee die extrem steilen kurzen Passagen immer wieder ab. Die Stahlseile sind mir auch keine große Hilfe, da ich mit meinen Handschuhen aus Stoff keinen Halt finde.
Oben angekommen fegt der Wind über den flachen eisigen Gipfel. Glasklar die Berge, verweht die Spuren in Richtung Wäldchen. Die Kapuze knattert in meinen Ohren, während ich mich gegen den Wind stemme. Schneeverwirbelungen im Gegenlicht der Sonne. Naturgewalten in ansonsten friedlicher Umgebung.
Im Wäldchen dann ist der Pfad wieder da, der Sturm vorbei. Langsam ziehe ich hoch in Richtung Vorgipfel. Allerschönste Winterlandschaft. Der Roß- und Buchstein ziehen links an mir vorbei samt anderer oft besuchter Gipfel.
Noch ein Stück über den Hirschbergsattel und hoch über Skispuren von Tourengängern, und ich erreiche gegen 16 Uhr den Gipfel des sonst überlaufenen Hirschbergs, auf dem – o Wunder - nur leise der Wind weht. Einzig ein älterer Herr macht sich bereit zur Abfahrt auf Skiern. Ich drehe mich im Kreis, mache einen Rundumblick, starte am Kampen, klappere die Tegernseer Bergwelt ab und lande wieder am Kampen. Traumpanorama.
Länger als eine viertel Stunde verweile ich nicht, weil es trotzt Sonne kalt ist und ich meine Füße kaum noch spüre. Also muss wieder Bewegung rein. Den Sonnenuntergang werde ich unterwegs noch treffen, läuft mir ja nicht davon. Ich laufe den Berg hinunter und hinüber zum Vorgipfel.
Ich wusste, dass irgendwo auf dem Hirschberg das Marterl von Basti und Toby Haag steht, habe es aber bisher nie gefunden. Mit Tränen in den Augen stehe ich heute davor, erinnere, wie Basti mal in einer Sendung Bergauf-Bergab vom BR in etwa gesagt hatte: Du kommst an deine Grenzen, denkst, es geht nicht mehr, steckst alles rein was geht; und dann geht es wieder, weil dir die Natur so viel zurück gibt.
Weiter zum Hirschberghaus. Zwei große Tafeln. Nach rechts: Über Kratzer nur für Geübte. Nach links: Sommerweg – gesperrt wegen Lawinengefahr. Die aber soll heute gering sein. Die Warnstufe war auf 2. Einschätzen kann ich das Ganze nicht, der Abstiegsweg ist aber gut gespurt. Hell ist es auch noch.
Erst erreiche ich den Abzweiger, dann die Hirschbleiche. Nach einem kurzen Pfad, eine Abkürzung, lande ich auf dem breiten Wirtschaftsweg. Kurz vor Ende zieht es mir auf Eis trotz Spikes die Beine weg und ich lande auf meiner noch schmerzhaften Schulter.
Unten in Scharling dann Dämmerung. Ich gehe den Teerweg zur Straße, überquere sie und spiele dann Hans-Guck-in-die-Luft. Schaue bei Betreten des Parkplatzes nochmal zum Wallberg hoch, knicke mit dem rechten Fuß um, stürze und spüre einen heftig stechenden Schmerz.
Womit habe ich das verdient? Wie oft informierte ich Umgeknickten über die Propriozeption. Kennt ihr, aber die meisten nicht. Mein Hirn wusste also nicht, wo im Raum mein Fuß sich befand, entsprechend fehlte der Muskeltonus. Ein junger Mann half mir hoch. Stehen ging, also nichts gebrochen. Am Auto gleich mein Flossingband raus und zwei Mal angewendet.
Dann meine Sprunggelenksbandage eingeweiht, die ich immer im Rucksack dabei hatte, seit ich auf Trails laufe. Zu Hause weitergeflosst. Ob ein Band oder mehrere gezerrt oder gar gerissen sind, weiß ich bis heute nicht, da ich nicht beim Arzt war (Keine Empfehlung!!). Gebrochen sind, wenn überhaupt, nur kleine Knöchel. Die krieg ich rasch mit Cissus wieder geheilt.
Meine Herangehensweise zur Heilung:
Mikronährstoffe für Knochen und Bänder: - Glucosamin & Chondroitin - Grünlippmuschelextrakt - Cissus - Kollagen-Hydrolysat - Whey - Inulin - Aktivierung von Wachstumshormon - hochdosiertes Vitamin C
Therapeutische Maßnahmen: - kein Eis (siehe dazu diesen Artikel, oder das Buch ICED von Gary Reinl. Entzündung nicht angehen, da sie wichtig ist für die Heilung (PECH-Regel ist falsch!) - die ersten zwei Tage keine Salben, dann Arnika und/oder Beinwell - DMSO (ob hier eher kontraproduktiv, weiß ich nicht. Fühlte sich jedenfalls nicht gut an. - Flossing, Flossing, Flossing, - Fuß bewegen im nahezu schmerzfreien Bereich, um den Stoffwechsel anzukurbeln, auch Einbeinstände, wenn möglich - pulsierendes Magnetfeld - Sprunggelenksbandage temporär
Und ganz wichtig: Humor behalten: Lucky Break - The Bottle Rockets……………………………………………………….. Heute, 10 Tage später: Kein Hinken mehr. Längerer Spaziergang möglich, allerdings noch immer Schwellungen im Vorfuß. Hoffe, nach insgesamt 3 Wochen wieder im Flachen laufen zu können.
Bis bald, wann immer das ist: In the meantime: Dawn Of Solace - Skyline
With jaded eyes I stare the skyline For endless hours to be blinded by the light And the silence profound My loyal companion Solitude that never departs
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