06.03.25 Landung im Schnee Winni
Vier Monate nicht mehr auf einem Berg. Eine lästige Bronchitis warf mich Ende Oktober aus dem Rennen, und der grüne Deifi wollte einfach nicht rauskommen. Ob ich bei meiner Rappenspitzrunde zu leicht bekleidet war, oder ob es die übervolle U-Bahn auf dem Weg zu einem Metall-Konzert in der Olympiahalle am nächsten Tag war, oder die Nachbarschaft in der Halle selbst … keine Ahnung. Jedenfalls musste das tolle Wetter (Inversionslage) im November in den Bergen ohne mich auskommen. Grrr!
Um so mehr freut mich das Wetter jetzt Anfang März, zumal nicht allzu viel Schnee in den Bergen herumliegt. Neu auf foto-webcam.eu ist die Kamera am Staffel über der sonnigen Jachenau, und der Jachenau-Kessel ist ohnehin ein Paradies für Trailrunner.
Zweimal war ich letztes Jahr dort, hier und hier, und heute entschied ich mich nochmals für den Hirschhörnlkopf. Optional war im Anschluß der Jochberg angedacht, aber der nordseitige Schnee machte mir einen Strich durch die Rechnung. --------------------------------------------------- Hier die Etappen meiner 15km langen Runde, unterfüttert mit 742hm: Parkplatz Jachenau Dorf (778m)– Hirschhörnlkopf (1482m) – Kotalm (1159m) - Parkplatz. Hier die Runde auf BRouter.de ---------------------------------------------------
Schaut man von unten auf diesen unscheinbaren Berg (1515m), mag man denken, da führt bestimmt ein hübscher Forstweg hinauf, garniert mit ein paar Bänken. Anfangs ist der am Parkplatz ausgeschilderte Normalweg auch ein solcher, wenngleich ich anders laufe: über die Brücke und den Pfad hinauf. Der Anstieg im Anschluss ist dann ein steiler Steig, technisch nicht einfach. Das trifft auch auf die anderen beiden Anstiege von der Kotalm aus zu.
Ich laufe los, von Anfang an auf einem Pfad in den kalten Bergwald hinein, und lande am Abzweiger zum Köpfl. Der liegt noch in der Sonne, aber nicht mehr lange. Noch auf dem Forstweg erreiche ich den ersten Schnee, eigentlich hartes und rutschiges Eis, und ich verpasse den Weg rechts hinauf zum Steig. Die Wandertafeln sind von meiner Seite aus kommend nicht zu sehen, und dann auch noch aus Holz. Ich lande fast wieder unten und muss übers Eis zurück.
Dafür ist der Pfad hinauf zur Pfundalm und weiter zum Gipfel trocken. An der Alm setzte ich mich aufs Bankerl und gönne mir 15 Minuten Pause in der Sonne. Dann der Katzensprung hinauf zum Kreuz, das heute gut besucht ist. Die Fernsicht ein Traum. Blau der Himmel und unten der Walchensee.
Ich schaue hinüber zum Jochberg und sehe an der Nordflanke viel Schnee. Schon einmal nahm ich im Winter Anlauf, auf der Nordseite hinauf zu gehen, musste aber abbrechen, da pures Eis schon unten. Meine Skepsis war berechtigt.
Schnee auch an der Nordseite des Köpfls, das man überschreiten kann. Schön im Sommer, heute eher nicht. Also zurück zur Pfundhütte, von wo aus sich ein schicker Trail am Südhang hinunter zur Kotalm schlängelt. Ausgeschildert. Auch dieser Pfad gänzlich trocken.
Die Kotalm leuchtet in der Sonne. Noch kurz zur Wandertafel Jochberg. ------------------------------------------------------------- Hinweis: Als ich vor vielen Jahren mit Christian hier unterwegs war – auch Winterende -, suchten wir nahe der Kotalm den Einstieg rauf zum Jochberg und fanden ihn nicht. Zur Verwirrung beigetragen hat die gelbe Wandertafel gegenüber der Alm, die eindeutig geradeaus zeigt. Leider ist das so nicht richtig. Die Kotalm gibt es nämlich zweimal. Bei Ankunft geht es nicht gegenüber weiter, sondern erst mal rechts den Forstweg hinauf. Bald sieht man links vor dem Wald - auf dem Kotalm-Gelände - die gelben Wandertafeln. Da geht es hinauf. --------------------------------------------------------------
Ich laufe den Forstweg wieder zurück, der mir leider bleiben wird. Bald wird er eisig, da der Jochberg der Sonne im Weg steht. Der erhoffte Waldweg hinunter nach Jachenau Dorf war gleich zu Beginn batzig und teilweise überschwemmt, zudem darf man bis Ende April dieses Gebiet nicht betreten „Wildschutzzone“. Also die Kröte geschluckt und den langen Forstweg zurück zum Parkplatz.
Zum Einstieg in die Saison war die Entscheidung richtig, in die sonnendurchflutete Jachenau zu fahren, um mich an das Laufen über Wurzeln und Steinen zu gewöhnen und mir Appetit für längere Runden zu holen.
Bis bald In the meantime: Judas Priest - Panic Attack (Das Konzert von 2024 noch in den Knochen freue ich mich schon auf das Mitte Juli 2025)
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