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Trailrunning - Zireiner See - Ampmoosalm

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02.10.25
In die Suppe gespuckt
Winni

… haben mir die Wolken. Der Bergwetterdienst Metgis und ein paar andere sagten Sonnenschein pur voraus. Der bedeckte Himmel ab Mittag vermittelte mir jedoch die Illusion, in den schottischen Highlands herumzustromern, vor allem am Zireiner See. Der aber muss erarbeitet werden. Alle Wege hierher auf 1800m sind lang und steil.

Von Münster aus, beispielsweise, sind es 20,8km und 1888hm. Meine geplante Runde war 21,7km lang unterlegt mit 1344hm. Als ich zum Sonnenuntergang am Auto ankam, hatte ich 24,3 und 1625hm auf meinem Tacho. Mit einigen Verläuferchen. Auf eines komme ich am Ende gesondert zu sprechen. Woher allerdings die Abweichung von ca. 300hm zum BRrouter kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Stellt euch auf 1500hm ein, dann passt es schon.

Zuletzt war ich 2017 mit meinem Laufkumpel Christian hier, der stets die Navigation und Routenplanung übernommen hatte. Damals waren wir um 7:45 Uhr in Steinberg. (Hätte ich mir diese Seite doch vorher nochmal angesehen!)

Oktober also, wohl die Tage für Mutterseelenalleinläufe; auch heute keinen Menschen getroffen. Nur bei der Suche in Hintersteinberg nach dem Einstieg saßen zwei ältere Herren im Bushäuschen. War das schon ein Volltreffer, leben doch nur 300 Einwohner in Steinberg am Rofan.

Ins Navi hatte ich nur Hintersteinberg am Rofan eingegeben und landete natürlich am Skilift. Ein Stück oberhalb die, nein, eine letzte Bushaltestelle. Eine solche suche ich. Die hier aber ist falsch. Die beiden Männer denken aber doch, dass es von dort los geht. Ich wieder hoch. Wieder runter zu den beiden.

Oder aber vom Loch aus, meinen sie, und fuchteln mit den Händen in der Luft herum. Hä! Wie empfohlen fahre ich zurück und beim Feuerwehrhaus rechts, fahre weiter orientierungslos durch das beschauliche Bergsteigerdorf. Das Loch finde ich nicht.

Die Zeit, schon läuft sie mir davon. Noch ein Oktoberphänomen. Siehe meine Tour zur Rappenspitze.

Selbst schuld, hätte nur auf meine OsmAnd-Karte mit dem Track gucken müssen. Dort sehe ich, dass die rote Linie nahe der „SAPPL-Fliesentechnik“ beginnt. Diese Adresse findet auch mein WAZE-Navi auf meinem Handy. Ein wenig oberhalb endlich die gesuchte letzte Bushaltestelle, zehn Meter vom Trail entfernt. Daneben Platz zum Parken. Eine gute halbe Stunde verplämpert.
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Hier die Etappen meiner heutigen 23km langen und etwas 1500hm unterlegten Runde: Parkplatz Hintersteinberg am Rofan, gleich neben dem Bushäuschen (1030m) – Auf dem Holzermahdsteig fast bis zur Holzer Mahd (1071m) – Auf dem Adler Weg zur Schauertalalm (1332m) - Zireiner See (1808m) – Marchgatterl (1905m) – Auf dem Prof.-Andreas-Einberger-Steig zur Ampmoosalm (1789m) – Eselkar – Holzermahd – Parkplaltz. Hier die Runde auf Brouter.
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Dann endlich bin ich unterwegs auf einem Trail, dem Holzmahderweg, der sich als schmaler Steig weit oben im Hang entpuppte, der hin und wieder leicht ausgesetzt ist. Gut hundert Meter geht es links schon hinunter. Bei Nässe ist Vorsicht geboten.

Kurz vor der Holzer Mahd biege ich nach 2,7km links ab und lande auf einem Forstweg. Der wird langsam steiler und mündet nach 5km auf einen Pfad, einem Teilstück des Adlerwegs, ein 426km langer Weitwanderweg. Je höher ich steige, desto steiler wird es.

Ich passiere die Schauertalalm. Danach wird es hübsch steil, also extrem steil. Nach knapp 8km erreiche ich das „schottische Hochland“. Vorbei an einer ausgetrockneten Lache stehe ich endlich am Zireiner See mit dem mächtigen Rofanturm im Hintergrund.

Spätestens hier weiß man, wofür man sich geplagt hat. Das Herz verrät es einem. Es sollte noch imposanter werden: bei Überschreitung des Marchgatterls tauchen die senkrecht abfallenden Nordwände einiger prominenter Rofangipfel auf bis hinter zur Hochiss, die ich zweimal bestiegen habe, zuletzt am 31.10.22 zusammen mit dem Spieljoch

Auch hoch zur Seekarlspitze und Rofanspitze schaue ich, die ich am 25.9.23 besucht hatte.

Weiter auf holprigem Pfad laufe ich in traumhafter Umgebung in Richtung Ampmoosalm, dem Hochleger der Mahrentalalm, drei urige Hütten gut 200 Jahre alt. Die hübsche Sennerin von 2017 werde ich heute wohl nicht mehr antreffen.

Ausschnitt aus meinem Blog von 2017:
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Auch hier ein Stück Natur, wenngleich der anderen Art: eine junge, schlanke, hübsche Sennerin, gut aufgelegt, neugierig und schlagfertig. Ob heute noch ein Gewitter kommt, frage ich, und sie: "Wenn i in die Berg bin und a Gwitter kumt, dann hock i mi unter an Felsn, wart 20 Minutn und geh dann wida haom". Eine Woche Urlaub hier oben und ich wäre um einiges gescheiter und wohl auch demütiger.
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Noch ein letzter Blick auf die Hochiss und ich beginne mit dem Downhill durch das Eselkar, von dem ich keine Erinnerung mehr habe. Knieschnackler garantiert, las ich einem Wanderführer. Die KI auf google bietet mir eine Definition an: „Der Name deutet auf einen Weg hin, der so steil ist, dass man ihn "auf den Knien" entlangrobben oder hinunterrutschen muss.“ Na sauber, gut dass ich heute meine lange Hose an habe.

Der Einstieg ist zahm und gut laufbar, die Topographie allerdings deutet auf steiles Gelände hin. Hoffentlich kein Brösel. Insgesamt entpuppt sich das Kar mit nur zwei schwierigeren Stellen als zwar steiler, dennoch toller Pfad durch eine wildromantische Berglandschaft. Die Untergründe sind mehr erdig und wurzelig als steinig.

Unten angekommen laufe ich entspannt und fröhlich weiter, verpasse wiedermal einen Abzweiger und schaue viel zu spät auf mein Navi. Der blaue Punkt ist von der roten Linie des Tracks weit entfernt. Ich befinde mich auf einem Forstweg und sehe, dass er ein Stück oberhalb der Holzermahd auf meine Aufstiegsroute trifft. Also weiter. (Der geplante Weg, stelle ich zu Hause fest, wäre ebenfalls ein Forstweg gewesen).

Langsam wird der Tag kürzer. Der Himmel hat aufgemacht und es ist nahezu windstill. Ich mag die späten Stunden des Tages in den Bergen wenn sie mild sind; empfinde sie friedvoll und glückselig machend. Aber nur, wenn man die Zeit im Griff hat.

Das Tageslicht sollte heute auch bis zum Auto sicher sein.

Bald bin ich wieder auf dem Holzermahdweg unterwegs, bei km 20, wo man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Eigentlich. Denn bei km 20,6 kommt auf dem Track eine 90-Grad-Kurve nach links. Die aber kommt nicht. Stattdessen laufe ich geradeaus weiter auf einem guten Pfad. Viel zu spät schaue ich aufs Navi und sehe den blauen Punkt im Nichts weit oberhalb des Tracks.

Ich laufe wieder zurück, passiere erneut vorsichtig eine ausgewaschene Stelle mit Brösel, laufe noch ein Stück hoch und gucke wieder aufs Navi. Jetzt bin ich wieder viel zu hoch. Hä! Wo ist der verdammte Abzweiger? Diesmal zurück in Zeitlupe. An der ausgewaschenen Stelle stehe ich genau am Knick. Aha, den Pfad hat es weggewaschen.

Vorsichtig bewege ich mich in das steile ausgewaschene Gelände, bleibe stehen, und …

… sehe seitlich nach oben. Das muss er sein. Ich krabbel wieder hoch und kratze mich am Kopf. Der Abzweiger ist vom Weg aus so gut wie nicht zu sehen. Keine rote Markierung, keine Wandertafel.

So vorbildhaft die Markierungen insgesamt auf der Strecke waren, das hier geht gar nicht, liebe Gemeinde. Von unten kommend kein Problem, aber von oben kann so mancher in die Irre geführt werden. Blöd, wenn es dann bald dunkel wird.

So wie jetzt. Kurz vor Sonnenuntergang um 19:00 Uhr erreiche ich mein Auto und ziehe mich bei 1 Grad über Null um.

Ein toller Tag geht im Mondschein zu Ende. Dass der Himmel heute zugemacht hatte, war gar nicht schlecht, die Stimmung am Zireiner See und rüber zur Ampmoosalm unterhalb der steilen Nordflanken der Rofangipfel war großartig. Auch die Fotos sind besser geworden als gedacht.

Ohne Zweifel war das heute eine TOP Tour und längst überfällig. Der Oktober ist für mich auch immer der Monat für das Rofan, wegen seiner sonnenexponierten Seite. Eine Runde auf den ein oder anderen Gipfel sollte noch möglich sein, bevor die Seilbahn am 2.11.25 ihren Sommerbetrieb einstellt.

Bis bald.
In the meantime: Skiltron- Bagpipes of War (nicht aus Schottland, sondern aus Argentinien)


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning Zireiner See Auf dem Weg zur Ampmoosalm - 2.10.25



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